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Mönchengladbach: Flexible Fahrstreifensignalisierung

 

Mit der flexiblen Fahrstreifensignalisierungs-Anlage „Borussia-Park“ in Mönchengladbach realisierte Signalbau Huber ein Verkehrsleitsystem, das hinsichtlich Sicherheitskonzept und Systemintegration beispielhaft wirkt. In nur 0,30 Sekunden reagiert die Anlage auf etwaige fehlerhafte oder inkonsistente Anzeigenzustände  und beendet die laufenden Verkehrsbeeinflussungs-Maßnahmen.

Bis auf den letzten Platz ausverkaufte Fußball-Arenen, Popkonzerte oder mehrtägige Massenveranstaltungen wie Consumer-Messen oder Volksfeste bedürfen durchdachter und zuverlässiger Verkehrsleitsysteme. Zehntausende Besucher, die mit dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß anreisen, müssen schnell und sicher koordiniert werden.

So gilt es, mittels moderner Verkehrstechnik den vorhandenen Verkehrsraum so zu nutzen, dass sich auch in Spitzenzeiten ein leistungsfähiger und stauarmer Verkehrsfluss einstellt. Zur Erreichung dieser Zielsetzung ist für die Straße Am Nordpark eine dynamische Fahrstreifensignalisierung (FSS) errichtet worden, die es erlaubt, die vorhandenen Fahrstreifen je nach Belastungszustand für unterschiedliche Fahrtrichtungen freizugeben. Hierdurch wird es ermöglicht, eine dynamische Fahrstreifenzuweisung vorzunehmen, um die Nutzung der zur Verfügung stehenden Fahrstreifen optimal steuern zu können.

Die aktuelle Fahrstreifenaufteilung wird über eine planerisch herausfordernde Kombination aus Anzeigeelementen vermittelt, und zwar

  • Anzeigequerschnitte als Verkehrszeichenbrücken mit Dauerlichtzeichen, Überkopf-Wechselverkehrszeichen in Kleinprismentechnik und statischen Überkopf-Verkehrszeichen

  • Prismenwender mit Spuraufteilungsanzeigen in Seitaufstellung.

Zur Umsetzung des Steuerungskonzeptes ist es erforderlich, über die normale FSS hinaus in zwei signalisierten Knotenpunkten durch Kombination von Lichtsignalanlagensignalgebern und Wechselverkehrszeichen konsistent und verkehrssicher auf wechselnde Belastungen reagieren zu können (direkt in die FSS eingebundene Lichtsignalanlagen).

Grundlegend ist die verkehrstechnische Steuerung der FSS aus den beiden Grundelementen Betriebszustand und Betriebszustandswechsel (d. h. Umschaltungen zwischen Betriebszuständen) aufgebaut. Für die Steuerung wurden die nachfolgenden Betriebszustände umgesetzt:

  • Normalbetrieb 01:  Betriebszustand außerhalb von Veranstaltungen 

  • Zuflussbetrieb 01:  Betriebszustand vor Veranstaltungen 

  • Abflussbetrieb 01:  Betriebszustand nach kleineren Veranstaltungen 

  • Abflussbetrieb 02:  Betriebszustand nach größeren Veranstaltungen 

Betriebszustandswechsel (Räumen - Sichern - Freigeben) können durch manuelle Anforderung an einem Bedienerplatz oder perspektivisch durch das Verkehrsmanagementsystem der Stadt Mönchengladbach auf der Basis von Detektionsdaten und unter Vorschaltung eines Strategiemoduls eingeleitet werden. Alle Betriebszustandswechsel sind vor ihrer eigentlichen Einleitung manuell durch einen Benutzer zu bestätigen.

Besonderes Augenmerk wurde auf höchste Sicherheitsstandards gelegt: Die FSS wird entsprechend DIN VDE 0832 [1] und RiLSA 92 [2] ständig auf fehlerhafte und untereinander inkonsistente Anzeigezustände überwacht (Verriegelung). Die Verriegelung registriert fehlerhafte Anzeigezustände und muss bei Vorliegen eines derartigen fehlerhaften oder inkonsistenten Zustandes in weniger als 300 Milli-Sekunden (0,30 Sekunden) zur Abschaltung der FSS führen.

An der Errichtung der FSS Nordpark waren maßgeblich nachfolgende Projektpartner beteiligt:

  • EWMG Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach mbH als Auftraggeber und Projektsteuerer,

  • Stadtverwaltung Mönchengladbach als fachlich begleitende Behörde und zukünftiger Betreiber der Anlage,

  • PTV Planung Transport Verkehr AG als Objektplaner für verkehrstechnische Ausrüstung, Ausschreibung und Vergabe, Detailplanung der Verkehrssteuerung sowie Bauoberleitung und Bauüberwachung

  • Signalbau Huber GmbH als ausführende Signalbaufirma.

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