Signalbau Huber

REFERENZEN

Referenzen > Adaptive Streckenbeeinflussung Pfaffenhofen/Ilm




Adaptive Streckenbeeinflussung Pfaffenhofen/Ilm

 

In Pfaffenhofen/Ilm, das an der B13, einer offiziellen Ausweichroute der A9 liegt, führten unvorhersehbare Verkehrsströme stets zu erheblichen Behinderungen weil die Ampelsteuerung für vier Kreuzungen zwar verkehrsabhängig aber ohne hinreichende Koordinierung und ohne die dafür geeignete Verkehrsdatenerfassung geschaltet war.

Im Rahmen des von der BMW Group mitinitiierten Forschungsprojektes ARRIVE wurde von Signalbau Huber GmbH und PVT Essen GmbH unter der administrativen Begleitung des Staatlichen Bauamtes Ingolstadt daher untersucht

  • wie intelligente Steuerungskonzepte und –maßnahmen unter Einbeziehung von Videodetektion und WLAN-Kommunikationstechnik einen Verkehrsfluss auch unter schwierigen, unvorhersehbaren verkehrlichen Bedingungen aufrecht erhalten vermögen

  • welche budgetfreundlichen verkehrlichen Planungs- und Umsetzungsstrategien für Klein- und Mittelstädte einen messbaren Nutzen zur Bewältigung des Straßenverkehrs und der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit haben

Strategisches Konzept
Lange Wartezeiten an Kreuzungen und Stop&Go-Verkehre führen zu vermehrten CO, CO2 und NOx-Immissionen, die eine dauerhafte gesundheitliche Gefährdung der städtischen Anwohner bedeuten. Das strategische Konzept sah deshalb vor, die vier Lichtsignalanlagen auf der B13 den zu bewältigenden Verkehr bedarfsgerecht steuern zu lassen um so eine nachhaltige Verflüssigung des Aufkommens zu erreichen.

Dabei sollte keine aufwändige Zentralen-Lösung zum Einsatz kommen. Zu diesem Zweck sollte das Verkehrsaufkommen lückenlos mit Videokameras erfasst werden und die so gewonnenen Daten für eine bedarfsgerechte, vollverkehrsabhängige Koordination der Ampeln genutzt werden. Für die Kommunikation der Ampeln untereinander erschien WLAN sehr geeignet.

Umsetzung
Grundlage der Projektumsetzung bildet die eingehende Betrachtung der vier Lichtsignalanlagen auf der B13, welche nunmehr in vollverkehrsabhängiger, dynamisierter Einzelsteuerung betrieben werden. Durch die lückenlose Erfassung des Verkehrs mittels Videodetektion und durch die frei parametrierbare Weiterverarbeitung in der verkehrstechnischen Planung kann die Steuergerätesoftware nicht nur auf die Erfassung der Verkehrsquantität (Anzahl der Fahrzeuge) sondern auch auf die Erfassung der Verkehrsqualität (Reduzierung der Wartezeit aller Verkehrsteilnehmer) bedarfsgerecht reagieren.

So kann zum Beispiel bei Umleitungsverkehr von der Autobahn A9 das System eine automatische und bedarfsgerechte Schaltung einer Grünen Welle über Pulkerkennung des Fahrverkehrs einleiten. Diese Grüne Welle wird dabei nur über die in Frage kommenden Anlagen geschaltet. Die Pulkdaten werden zwischen den Lichtsignalanlagen mittels W-LAN weitergeleitet. Dazu kommt ein browsergestütztes Kontrollsystem, das den Zugriff auf Rohdaten und Parametrisierungsdaten über Benutzerrechte (Lesen, Speichern, Löschen etc.) regelt und eine einfache Fernkonfiguration ermöglicht.

Für die Umsetzuung zeichneten verantwortlich:

  • Verkehrstechnische Planung eines ’Multisensitiven Echtzeit-Steuerungssystems’ (MUSS) durch die PVT Planungsbüro für Verkehrstechnik Essen GmbH

  • Verkehrserfassung über Videotechnik und Softwarerealisierung durch Signalbau Huber GmbH

  • Ausführung der Kommunikationsaufgaben (W-LAN) durch die RBS-Netkom / Rapp

  • BMW Group, München

  • wissenschaftliche Begleitung und anschließende Auswertung durch die TU München


Zielerreichung
Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit des völlig neu entwickelten Planungssystems INTEL-GW unter Einsatz von Videotechnik auf der Kommunikationsebene W-LAN entstand ein leistungsfähiges, störungssicheres und vor allem preisgünstiges System, das ohne jeglichen Eingriff in den Verkehrsraum zu installieren ist. Das Ergebnis dieser umweltgerechten Innovation ist eine deutliche Minimierung der Wartezeiten, Fahrzeiten und Haltevorgängen im Gesamtnetz und damit eine deutliche Reduzierung der Verkehrsimmissionen.

Neben den Belangen des Umweltschutzes wird durch den flüssigeren, zügigeren und homogeneren Verkehrsdurchsatz auch eine Steigerung der Mobilität erreicht. Diese Verbesserungen wurden in einer Vorher-Nacher-Untersuchung der TU München festgestellt und in einem Gutachten festgehalten. Dabei stellten die universitären Gutachter eine durchschnittliche Reduzierung der Strecken-Durchfahrtszeit um 18,2% (Fahrtrichtung Süd) bzw. 14,3% (Fahrtrichtung Nord) fest. Die maximale Reisezeit verringerte sich Richtung Süden von 14:18 auf 5:55 Minuten.

Jump to top of page

 

© 2008  Signalbau Huber GmbH, Kelterstraße 67, D-72669 Unterensingen

Telefon +49 (0)7022/6025-200, Telefax +49 (0)7022/6025-199, E-Mail: info@signalbau-huber.de

E-Mail to webmaster